Großes Interesse am Diskurs über Flucht

Lübcke: Akademie ist Leuchtturm

Layout Grafik

Obwohl das Interesse groß war, konnten - bedingt durch die Bausituation - nur 70 Gäste an der Tagung „Im Zeichen der Menschenrechte? Die Flüchtlinge und wir“ (8. bis 10.April) teilnehmen. Angeboten wurden Erfahrungsberichte und Gespräche mit Migranten, Politikern und Fachleuten.

Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke unterstrich in seinem Vortrag die Bedeutung der Werte in der Diskussion über Migration.
Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke unterstrich in seinem Vortrag die Bedeutung der Werte in der Diskussion über Migration.

Wie wichtig es ist, dass sich die Evangelische Akademie Hofgeismar dieses Themas annimmt, unterstrich auch Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke (RP Kassel). Er sei froh und dankbar, dass es eine Institution wie die Akademie gebe, die eine Möglichkeit biete, sich intensiver mit einem solch wichtigen Thema auseinanderzusetzen und dies unter den verschiedenen Aspekten zu diskutieren. Eine solche Wochenendtagung unterscheide sich deshalb nicht nur in der Quantität, sondern auch in der Qualität deutlich von den üblichen Informationsveranstaltungen. Damit sei die Evangelische Akademie Hofgeismar ein „Leuchtturm in der Region“. Ausdrücklich bedankte er sich bei den Teilnehmenden, die weder Zeit noch Aufwand und Kosten scheuten, um mehr über die Situation der Flüchtlinge zu erfahren.
In seinem Vortrag zur „Integration von Flüchtlingen in Hessen und die Bewahrung des gesellschaftlichen Zusammenhalts“ wies Lübcke darauf hin, dass Gegner der Migration bedenken sollten, dass Flucht auch eine Folge der Globalisierung sei, der wir unseren Wohlstand verdanken. Zur Integration von Flüchtlingen verpflichten uns auch unsere Werte, die vom Christentum geprägt seien, so Lübcke. Diese Werte und Bausteine unserer Gesellschaft, zu denen er Freiheit, Gerechtigkeit, Frieden, Liebe, Treue und Sicherheit zähle, gelten für alle Menschen und sollten von allen, die hier leben, vertreten werden – auch von den deutschen Bürgern. Von ihnen sollten diese Werte gelebt werden, um sie für Einwanderer erlebbar zu machen.
Es sollte allen bewusst sein, dass „unsere Ordnung, gerade weil sie auf christlichen Werten aufbaue, es möglich mache, dass Menschen verschiedener religiöser und kultureller Herkunft zusammen leben können“, sagte Lübcke, der für die Flüchtlingsunterkünfte im Regierungsbezirk Kassel die Verantwortung trägt.
Die Tagung vom 8. bis 10. April war auch die erste Tagung von Studienleiter Dr. Konstantin Broese, der diese zusammen mit Christine Leuchtenmüller von der Konrad-Adenauer-Stiftung, Wiesbaden, leitete. Mitveranstalter war auch das Diakonische Werk im Schwalm-Eder-Kreis. Deren Ethnologin Silvia Scheffer von der Beratungsstelle für Asylsuchende und Flüchtlinge organisierte auf der Tagung ein Podiumsgespräch mit den syrischen Ärzten Dr. Alali und Dr. Ibrahim und eine Lesung mit dem aus Syrien stammenden Schriftsteller Halim Yusiv. Außerdem wurde die Tagung von der Volkshochschule Region Kassel unterstützt.
Drei weitere Flüchtlinge konnten durch eine Spende der Evangelischen Bank kostenlos an der Tagung teilnehmen.