Martin Häusling

"Grüner und gerechter? EU-Agrarreform und heimische Landwirtschaft" (11./12. April)

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Zur Tagung in Hofgeismar hat es der Politiker aus Brüssel allerdings nicht weit: Häusling wird vom Kellerwaldhof anreisen, seinem eigenen landwirtschaftlichen Betrieb in Bad Zwesten, den er seit 1988 nach Bioland-Richtlinien bewirtschaftet.



 (Foto: , s. auch Impressum)

Der im nordhessischen Bad Wildungen geborene Häusling war von 2003 bis 2009 Mitglied des Hessischen Landtages und fachpolitischer Sprecher für Landwirtschaft. Bei der Europawahl 2009 ist Häusling für die Grünen ins Europäische Parlament gewählt worden. Er ist Mitglied des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung.

Die Neu-Ausrichtung der europäischen Agrarpolitik an einer Ökologisierung der Landwirtschaft hält Häusling grundsätzlich für begrüßenswert: "Public Money for Public Goods - das haben wir schon immer gefordert!", sagt der Europapolitiker. Dass in Zukunft 30% der Direktzahlungen an die Erbringung von Ökologisierungs-Maßnahmen gebunden werden, sei insofern ein Schritt in die richtige Richtung.

Nun gehe es allerdings darum, die konkreten Anforderungen an das so genannte "Greening" nicht zu verwässern. Einer der Hauptstreitpunkte in der aktuellen Debatte ist dabei das Vorhaben, 7% der Ackerfläche als ökologische Vorrangfläche auszuweisen. Die Kritiker der Brüsseler Reformpläne sehen hier eine Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft und für die Welternährung und fordern eine Beschränkung auf 3,5%. Dazu Häusling: "Das ist Unfug. Die 7% müssen durchgesetzt werden! Anders kann der verheerende Rückgang der Artenvielfalt in unserer Agrarlandschaft nicht gestoppt werden."

So oder so - die Brüsseler Entscheidungen werden auch die Zukunft der heimischen Landwirtschaft mit bestimmen. Bei der Hofgeismarer Agrartagung darf man sich auf engagierte Diskussionen freuen. (Bernd Kappes)

Martin Häusling 2018-11-16 353