Sehnsucht nach Aufbruch und Heimat

Weihnachtsbrief 2021

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Johann Albert Lüthi (1858-1903)
Johann Albert Lüthi (1858-1903)

Weihnachten - Sehnsucht nach Aufbruch und Heimat 

Im Herzen des Menschen ist für beides Platz: für die Sehnsucht nach Aufbruch und die nach Heimat. Das Weihnachtsfest fördert diese doppelte Sehnsucht, bereits die Weihnachtsevangelien tun es: Sie führen in räumliche und zeitliche Ferne – zu Quirinius und dem Kaiser Augustus. Es fallen Namen wie Galiläa, Nazareth und Bethlehem; von den Weisen aus dem Morgenland wird erzählt: Aus fernen Landen brechen sie auf, um das neugeborene Kind zu sehen. Aufbrechen mussten auch Maria und Josef, die Heilige Familie. Dürftige Heimat bietet ihnen ein Stall für kurze Zeit. Dort wird das Jesuskind, der Heiland der Welt, geboren. Familie, die Stille der Nacht – das weckt die Sehnsucht nach Heimat, gerade zu Weihnachten werden oft Erinnerungen aus dem eigenen Leben wach. 
Sehnsucht nach Aufbruch in die Ferne und nach Heimat. Seit mehr als 21 Monaten ist es nun schwerer geworden, diese Sehnsucht zu stillen. Corona hat unsere Mobilität, die über lange Zeit fast selbstverständlich erschien, stark eingeschränkt. Maßnahmen gegen die Pandemie haben gegenüber Begegnungen Vorrang, auch gegenüber gesellschaftlich notwendigen Aufbrüchen. Und die Heimat? Viele Menschen sind verunsichert, fühlen sich angesichts dieser Situation belastet, ja unbeheimatet. Auch im Homeoffice zu arbeiten, weckt nicht unbedingt heimatliche Gefühle. Zumindest haben die aktuellen Umstände und ihre Beschränkungen die Chance geboten, die heimische Umgebung näher kennenzulernen. 

Sehnsucht nach Ferne und Heimat. Von beidem zeugt das Bild des diesjährigen Weihnachtsgrußes der Evangelischen Akademie Hofgeismar. Das Glasfenster gehört zur kleinen Evangelischen Kirche auf Capri – 1899 wurde sie erbaut. Unter den Menschen, die seit dem 19. Jahrhundert Capri als ihr Traumziel gewählt hatten und dort für längere Zeit oder sogar dauerhaft leben wollten, waren auch viele Deutsche. Sie suchten den Aufbruch in die Ferne: Für sie war Capri der Sehnsuchts-Ort mit einer atemberaubenden Lage und Landschaft, einem gesundheitsfördernden milden Klima. Capri war der Platz, an dem man großartigen Zeugnissen der Antike ganz nahe war, schließlich ein Ort, an dem man auch jenseits gesellschaftlicher Konventionen und Schranken glaubte leben zu können. 
Bei allem blieb auch eine Sehnsucht nach Heimat, die das Weihnachtsfest zu stillen verspricht. Die intime Kirche an der Via Tragara, einem schmalen Weg in Hanglage, in einem Garten mit üppiger Vegetation gelegen, ist ein Ort, der für viele Capri-Reisende zur Heimat werden konnte und kann. Zugleich erinnert seine Weihnachtsdarstellung an die alte Heimat nördlich der Alpen. Der Schweizer Künstler Johann Albert Lüthi (1858-1903) hat ein besonderes Weihnachtsfenster dazu geschaffen: Zur Heiligen Familie Maria, Jesuskind und Josef, zwei Engel und der Entourage von Ochs und Esel gesellt sich die Schöpfung: Vögel wie die Distelfinken und eine anmutige Blume, ein Maiglöckchen. 
Sehnsucht nach Ferne und Heimat. Das Glasfenster zitiert knapp das Wort aus dem Johannesevangelium, in dem das festgehalten wird, was Weihnachten ausmacht: „Also hat Gott geliebt…“. Die Liebe stillt unsere Sehnsucht nach Ferne, sie öffnet und weitet das Herz. Dort, wo die Liebe ist, können wir zugleich Heimat finden, uns zu Hause fühlen. In der Geburt Jesu lässt sich die Liebe Gottes zu den Menschen erkennen, erleben und erfahren.

Ich danke Ihnen stellvertretend für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Ihre Verbundenheit mit der Evangelischen Akademie Hofgeismar. Ihnen und Ihren Familien wünschen wir eine gute verbleibende Adventszeit, ein gesegnetes Weihnachtsfest, verbunden mit den besten Wünschen für das neue Jahr A.D. 2022. Wir freuen uns auf ein – gesundes – Wiedersehen, ob vor Ort in Hofgeismar oder auf digitalem Weg. 

Herzlichst 

Ihr 
  
Pfarrer Karl Waldeck 
Akademie-Direktor     

Sehnsucht nach Aufbruch und Heimat

Weihnachten - Sehnsucht nach Aufbruch und Heimat 

Im Herzen des Menschen ist für beides Platz: für die Sehnsucht nach Aufbruch und die nach Heimat. Das Weihnachtsfest fördert diese doppelte Sehnsucht, bereits die Weihnachtsevangelien tun es: Sie führen in räumliche und zeitliche Ferne – zu Quirinius und dem Kaiser Augustus. Es fallen Namen wie Galiläa, Nazareth und Bethlehem; von den Weisen aus dem Morgenland wird erzählt: Aus fernen Landen brechen sie auf, um das neugeborene Kind zu sehen. Aufbrechen mussten auch Maria und Josef, die Heilige Familie. Dürftige Heimat bietet ihnen ein Stall für kurze Zeit. Dort wird das Jesuskind, der Heiland der Welt, geboren. Familie, die Stille der Nacht – das weckt die Sehnsucht nach Heimat, gerade zu Weihnachten werden oft Erinnerungen aus dem eigenen Leben wach. 
Sehnsucht nach Aufbruch in die Ferne und nach Heimat. Seit mehr als 21 Monaten ist es nun schwerer geworden, diese Sehnsucht zu stillen. Corona hat unsere Mobilität, die über lange Zeit fast selbstverständlich erschien, stark eingeschränkt. Maßnahmen gegen die Pandemie haben gegenüber Begegnungen Vorrang, auch gegenüber gesellschaftlich notwendigen Aufbrüchen. Und die Heimat? Viele Menschen sind verunsichert, fühlen sich angesichts dieser Situation belastet, ja unbeheimatet. Auch im Homeoffice zu arbeiten, weckt nicht unbedingt heimatliche Gefühle. Zumindest haben die aktuellen Umstände und ihre Beschränkungen die Chance geboten, die heimische Umgebung näher kennenzulernen. 

Sehnsucht nach Ferne und Heimat. Von beidem zeugt das Bild des diesjährigen Weihnachtsgrußes der Evangelischen Akademie Hofgeismar. Das Glasfenster gehört zur kleinen Evangelischen Kirche auf Capri – 1899 wurde sie erbaut. Unter den Menschen, die seit dem 19. Jahrhundert Capri als ihr Traumziel gewählt hatten und dort für längere Zeit oder sogar dauerhaft leben wollten, waren auch viele Deutsche. Sie suchten den Aufbruch in die Ferne: Für sie war Capri der Sehnsuchts-Ort mit einer atemberaubenden Lage und Landschaft, einem gesundheitsfördernden milden Klima. Capri war der Platz, an dem man großartigen Zeugnissen der Antike ganz nahe war, schließlich ein Ort, an dem man auch jenseits gesellschaftlicher Konventionen und Schranken glaubte leben zu können. 
Bei allem blieb auch eine Sehnsucht nach Heimat, die das Weihnachtsfest zu stillen verspricht. Die intime Kirche an der Via Tragara, einem schmalen Weg in Hanglage, in einem Garten mit üppiger Vegetation gelegen, ist ein Ort, der für viele Capri-Reisende zur Heimat werden konnte und kann. Zugleich erinnert seine Weihnachtsdarstellung an die alte Heimat nördlich der Alpen. Der Schweizer Künstler Johann Albert Lüthi (1858-1903) hat ein besonderes Weihnachtsfenster dazu geschaffen: Zur Heiligen Familie Maria, Jesuskind und Josef, zwei Engel und der Entourage von Ochs und Esel gesellt sich die Schöpfung: Vögel wie die Distelfinken und eine anmutige Blume, ein Maiglöckchen. 
Sehnsucht nach Ferne und Heimat. Das Glasfenster zitiert knapp das Wort aus dem Johannesevangelium, in dem das festgehalten wird, was Weihnachten ausmacht: „Also hat Gott geliebt…“. Die Liebe stillt unsere Sehnsucht nach Ferne, sie öffnet und weitet das Herz. Dort, wo die Liebe ist, können wir zugleich Heimat finden, uns zu Hause fühlen. In der Geburt Jesu lässt sich die Liebe Gottes zu den Menschen erkennen, erleben und erfahren.

Ich danke Ihnen stellvertretend für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Ihre Verbundenheit mit der Evangelischen Akademie Hofgeismar. Ihnen und Ihren Familien wünschen wir eine gute verbleibende Adventszeit, ein gesegnetes Weihnachtsfest, verbunden mit den besten Wünschen für das neue Jahr A.D. 2022. Wir freuen uns auf ein – gesundes – Wiedersehen, ob vor Ort in Hofgeismar oder auf digitalem Weg. 

Herzlichst 

Ihr 
  
Pfarrer Karl Waldeck 
Akademie-Direktor     

2022-05-26 910