Sorge um Impfgerechtigkeit

Situation in den Partnerländern der EKKW

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Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit erkranken und sterben Menschen an Corona. Wie insbesondere die Situation in den Partnerländern der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) aussieht, schilderte kürzlich Claudia Brinkmann-Weiß, Dezernentin für Diakonie und Ökumene der EKKW, in der Online-Veranstaltung „Zuhause im Lockdown und die Welt nicht vergessen“ der Evangelischen Akademie Hofgeismar. Im Gespräch mit Studienleiterin Christina Schnepel berichtete sie über eine Spende von Essenspaketen in Südafrika. Die Aktion war aus der Erntedank-Kollekte der EKKW bezahlt worden. „In Südafrika sterben die Menschen nicht an Corona, sondern sie verhungern“, sagte Brinkmann-Weiß und wies darauf hin, dass für viele Tagelöhner durch Produktionsstopp und Krankheit plötzlich jegliches Einkommen entfalle. Eigentlich habe man in der Partnerarbeit von der Spende von Hilfsgütern wegkommen wollen hin zu einer Unterstützung im Aufbau stabiler Strukturen. Jedoch habe die Pandemie schnelle Hilfe erfordert. Deshalb, so die Dezernentin, seien 2020 insgesamt 180.500 € für Coronahilfen an Partnerkirchen ausgezahlt worden (Indien, Südafrika, Syrien, Kirgistan, Philippinen, El Salvador, Flüchtlingscamp auf Lesbos). Es wurden nicht nur Essenspakete verteilt, sondern auch Hygieneprodukte und Medizin bezahlt sowie Suppenküchen betrieben.  „Wir gehen angesichts der Pandemielage davon aus, dass weitere Unterstützung angefragt werden wird“, so die Dezernentin. „Jede Krise verschärft das Armutsproblem.“ Sie fügte hinzu, dass sich auch in Deutschland die Situation für arme Menschen verschlechtert habe.  
Abschottung und Egoismus schaden in einer globalisierten Welt allen, so Brinkmann-Weiß. „Die Pandemie hat Ungerechtigkeiten in der Welt deutlich gemacht.“ Politische Maßnahmen wie Klimafasten und das Lieferkettengesetz, für die sich auch die EKKW einsetze, seien wichtige Schritte zu mehr Gerechtigkeit. Schnepel wies auf das Programm Covax der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hin.  Mit der Initiative, die sowohl vom Ökumenischen Rat der Kirchen als auch von der EKD begrüßt werde, sollen Länder unabhängig von ihrer Kaufkraft zügig Zugang zu Impfstoffen gegen Covid-19 erhalten. Derzeit befürchtet der Ratsvorsitzende der EKD, Heinrich Bedford-Strohm, eine „humanitäre Katastrophe“ ob des fehlenden Impfstoffs. Die Dezernentin ist hoffnungsvoller: Sowohl in Südafrika als auch in Indien sei bereits mit dem Impfen begonnen worden. 
Dank der fortschreitenden Digitalisierung sei in der Pandemie der Kontakt zu den Partnerländern, zu denen auch Estland, Kirgistan, Namibia und die Rum-Orthodoxen Kirche in Antiochia (heute Teile von Syrien und der Türkei) zählen, intensiver geworden. Während früher alle drei Jahre eine internationale Bischofskonsultation stattgefunden habe, tausche man sich nun zusätzlich zweimal im Jahr aus. Eine Entwicklung, die auch nach Corona bleiben soll. (Christine Lang-Blieffert)

Einen weiteren Bericht finden Sie auf der Seite unserer Landeskirche: https://www.ekkw.de/aktuell/meldung/aktuell_32605.htm

Unter folgendem Link können Sie den Mitschnitt der Veranstaltung auf unserem YouTube-Kanal anschauen: https://youtu.be/2PqayaKseBQ

Sorge um Impfgerechtigkeit

Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit erkranken und sterben Menschen an Corona. Wie insbesondere die Situation in den Partnerländern der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) aussieht, schilderte kürzlich Claudia Brinkmann-Weiß, Dezernentin für Diakonie und Ökumene der EKKW, in der Online-Veranstaltung „Zuhause im Lockdown und die Welt nicht vergessen“ der Evangelischen Akademie Hofgeismar. Im Gespräch mit Studienleiterin Christina Schnepel berichtete sie über eine Spende von Essenspaketen in Südafrika. Die Aktion war aus der Erntedank-Kollekte der EKKW bezahlt worden. „In Südafrika sterben die Menschen nicht an Corona, sondern sie verhungern“, sagte Brinkmann-Weiß und wies darauf hin, dass für viele Tagelöhner durch Produktionsstopp und Krankheit plötzlich jegliches Einkommen entfalle. Eigentlich habe man in der Partnerarbeit von der Spende von Hilfsgütern wegkommen wollen hin zu einer Unterstützung im Aufbau stabiler Strukturen. Jedoch habe die Pandemie schnelle Hilfe erfordert. Deshalb, so die Dezernentin, seien 2020 insgesamt 180.500 € für Coronahilfen an Partnerkirchen ausgezahlt worden (Indien, Südafrika, Syrien, Kirgistan, Philippinen, El Salvador, Flüchtlingscamp auf Lesbos). Es wurden nicht nur Essenspakete verteilt, sondern auch Hygieneprodukte und Medizin bezahlt sowie Suppenküchen betrieben.  „Wir gehen angesichts der Pandemielage davon aus, dass weitere Unterstützung angefragt werden wird“, so die Dezernentin. „Jede Krise verschärft das Armutsproblem.“ Sie fügte hinzu, dass sich auch in Deutschland die Situation für arme Menschen verschlechtert habe.  
Abschottung und Egoismus schaden in einer globalisierten Welt allen, so Brinkmann-Weiß. „Die Pandemie hat Ungerechtigkeiten in der Welt deutlich gemacht.“ Politische Maßnahmen wie Klimafasten und das Lieferkettengesetz, für die sich auch die EKKW einsetze, seien wichtige Schritte zu mehr Gerechtigkeit. Schnepel wies auf das Programm Covax der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hin.  Mit der Initiative, die sowohl vom Ökumenischen Rat der Kirchen als auch von der EKD begrüßt werde, sollen Länder unabhängig von ihrer Kaufkraft zügig Zugang zu Impfstoffen gegen Covid-19 erhalten. Derzeit befürchtet der Ratsvorsitzende der EKD, Heinrich Bedford-Strohm, eine „humanitäre Katastrophe“ ob des fehlenden Impfstoffs. Die Dezernentin ist hoffnungsvoller: Sowohl in Südafrika als auch in Indien sei bereits mit dem Impfen begonnen worden. 
Dank der fortschreitenden Digitalisierung sei in der Pandemie der Kontakt zu den Partnerländern, zu denen auch Estland, Kirgistan, Namibia und die Rum-Orthodoxen Kirche in Antiochia (heute Teile von Syrien und der Türkei) zählen, intensiver geworden. Während früher alle drei Jahre eine internationale Bischofskonsultation stattgefunden habe, tausche man sich nun zusätzlich zweimal im Jahr aus. Eine Entwicklung, die auch nach Corona bleiben soll. (Christine Lang-Blieffert)

Einen weiteren Bericht finden Sie auf der Seite unserer Landeskirche: https://www.ekkw.de/aktuell/meldung/aktuell_32605.htm

Unter folgendem Link können Sie den Mitschnitt der Veranstaltung auf unserem YouTube-Kanal anschauen: https://youtu.be/2PqayaKseBQ

2021-10-15 880