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Auswirkungen auf die Länder Lateinamerikas sind weitreichend und müssen beachtet werden

In: Unabhängige BAUERNSTIMME 3/2024

Von: Götz Schmidt, Redakteur des Bauernblatts in den 70er Jahren, Dozent am FB ökologischer Landbau Uni Kassel-Witzenhausen, arbeitet jetzt als Autor


Unsere angestrebte Nachhaltigkeit kann anderswo bittere Konsequenzen haben. Das wurde deutlich in einer Tagung der Evangelischen Akademie Hofgeismar zum Thema „Grüne Energiewende: Konflikte und Alternativen in und aus Lateinamerika“.

Seit einigen Jahren erleben wir eine „Charmeoffensive“ unserer Politiker, die mit Wirtschaftsdelegationen Südamerika auf der Suche nach neuen Rohstoffpartnerschaften bereisen. Rohstoffe werden gebraucht für die grüne Transformation in Deutschland. Lateinamerika hat Lithium für die Herstellung von Batterien für Elektrofahrzeuge, wie auch für Photovoltaikanlagen, sie hat die seltenen Erden für Windkraftanlagen und hat die Sonne für den „Grünen Wasserstoff“. Ein E-Auto braucht ca. 53kg Kupfer, 9 kg Lithium, 40kg Nickel, 25 kg Magnesium, 14 kg Cobalt, 66 kg Graphit, seltene Erden usw. Doch was bedeutet das für die Länder, aus denen wir diese Rohstoffe beziehen? Ein Ergebnis der Tagung in Hofgeismar war, dass es dabei nicht nur um den gerechten oder ungerechten Handel mit den Rohstoffen liefernden Ländern geht. Wir brauchen nicht nur die Rohstoffe, sondern auch den Boden, das Wasser und die Arbeit der Länder Lateinamerikas. Damit greifen wir tief in das soziale Gefüge und die Ökosysteme ein. Es muss dabei nicht so zugehen, wie bei chinesischen Firmen. Aus Chile wurde berichtet, dass hier die Leute von den chinesischen Chefs mit der Peitsche zur Arbeit angetrieben werden. Europäische Firmen, darunter alle unserer Autohersteller, sehen sich eher als Entwicklungshelfer. Sie sind interessiert an einem Image der Transparenz.

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Ein Tagungsband mit den Berichten und Materialien ist geplant. Die nächsten Hofgeismarer Lateinamerikagespräche am 24.-26. Januar 2025 werden sich mit „Demokratie und Populismus“ beschäftigen.

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