Mit unserem neuen Halbjahresprogramm für 2/2026 möchten wir Sie einladen, gesellschaftspolitische Herausforderungen gemeinsam in den Blick zu nehmen.
Mit unseren Veranstaltungen schaffen wir Räume, in denen Austausch, Zuhören und Mitfühlen ebenso wichtig sind wie Analyse und Diskussion. Wir laden Sie herzlich ein, das Programm zu entdecken und mit uns Perspektiven für eine gerechte und lebenswerte Zukunft zu entwickeln.
Hier finden Sie das Programm von Juli bis Dezember 2026.
Gerne senden wir Ihnen auch ein gedrucktes Exemplar – oder mehrere Hefte zum Weitergeben oder Auslegen. Bitte schreiben Sie uns eine E-Mail an: akademiehofgeismar@ekkw.de
Wir freuen uns, Sie bei uns in Hofgeismar begrüßen zu können!
Tagungskonzept „TheoPrax“ als multiprofessionellen Lernraum politischer Bildung auf Fachtagung präsentiert
Auf der Tagung „Politik-Lehre in der Sozialen Arbeit“, die am 18./19. März 2026 an der IU Internationalen Hochschule in Hannover stattfand, haben Hanne Kleinemas und Dr. Oliver Emde die Hessische Theorie-Praxis-Tagung „TheoPrax“ als innovatives Kooperationsformat vorgestellt. Unter dem Titel „Es geht ums Ganze! Multiprofessionelle Lernräume der politischen Bildung für die Politik-Lehre der Sozialen Arbeit“ stand dabei ein Format im Mittelpunkt, das seit 2016 Studierende, Lehrende und Praktiker*innen verschiedener Felder politischer Bildung zusammenbringt und politische Bildung als gemeinsames professionelles Handlungsfeld erfahrbar macht.
Fast schon Tradition: 2016 im Haus am Maiberg begonnen, ist die „TheoPrax“ seit 2023 an der Ev. Akademie Hofgeismar verortet.
Ausgangspunkt unseres Beitrags war die Beobachtung, dass politische Bildung in der Sozialen Arbeit bislang nur selten als eigenständiges Berufsfeld reflektiert wird. Viele Studierende begegnen Akteuren, Konzepten und Strukturen der non-formalen politischen Bildung – wenn überhaupt – punktuell in Praxisphasen; ein systematischer Zugang bleibt häufig die Ausnahme. Gerade vor diesem Hintergrund gewinnt die Hessische Theorie-Praxis-Tagung an Bedeutung: Sie eröffnet einen Lernraum, in dem Studierende der Sozialen Arbeit, der Politikdidaktik, des Lehramts und weiterer Bezugsdisziplinen miteinander ins Gespräch kommen und politische Bildung nicht isoliert aus der Perspektive eines einzelnen Studiengangs, sondern im Austausch unterschiedlicher professioneller Logiken erschließen können.
In Hannover haben wir die Erfahrungen aus zehn Jahren Theorie-Praxis-Tagung vorgestellt und dafür plädiert, Kooperationsformate dieser Art stärker strukturell in Studiengänge und Studienordnungen einzubinden. Denn das Besondere dieses Formats liegt nicht allein in einem inhaltlichen Themenschwerpunkt, sondern in seinem didaktischen Aufbau: Die Theorie-Praxis-Tagung verbindet wissenschaftliche Reflexion, multiprofessionellen Austausch, praxisnahe Workshops und das Lernen an einem außeruniversitären Ort. Die Themen der vergangenen Jahre – von politischem Handeln über Erinnerungskultur bis hin zu autoritären Dynamiken – zeigen, dass das Format gesellschaftspolitisch aktuelle Fragen aufgreift und diese systematisch mit professionellen Perspektiven der politischen Bildung verschränkt.
Bei der Theorie-Praxis-Tagung treffen unterschiedliche Professionen der Politischen Bildung mit ihren Selbstverständnissen, auch ihren kreativen Zugängen, aufeinander und tauschen sich aus.
Im Workshop in Hannover haben wir drei Dimensionen dieses Lernarrangements besonders hervorgehoben. Erstens ging es um die Frage: Unterschiedliche Blickrichtungen – eine Profession? Politische Bildung und Demokratiebildung werden in Sozialer Arbeit, schulischer Politikdidaktik und non-formaler politischer Bildung durchaus unterschiedlich konzipiert. Gerade deshalb ist das Zusammentreffen von Studierenden und Dozierenden aus verschiedenen Studiengängen produktiv: Es macht unterschiedliche Handlungslogiken sichtbar, eröffnet Räume für Diskussion und ermöglicht, sich trotz aller Differenzen als Verbündete einer gemeinsamen demokratischen Aufgabe zu verstehen. Angesichts gegenwärtiger autoritärer Angriffe auf das Demokratische ist diese Erfahrung von gemeinsamer Verantwortung alles andere als nebensächlich – sie ist zentral.
Zweitens haben wir die Kooperation mit Praktiker*innen non-formaler politischer Bildung in den Mittelpunkt gestellt. Die Theorie-Praxis-Tagung bringt Studierende mit einem breiten Spektrum von Akteur*innen zusammen: mit Schule und Hochschule, mit staatlich getragenen Institutionen, freien Trägern politischer Bildung, konfessionell geprägten Einrichtungen und zivilgesellschaftlichen Initiativen.
Mit dem entwickelten „Trägerlandschafts-Kartenspiel“ lernen Teilnehmende die plurale Trägerlandschaft der Politischen Bildung mit ihren unterschiedlichen Handlungsloggiken kennen und schätzen.
Im Workshop in Hannover konnten die Teilnehmenden dies exemplarisch anhand des von uns eingesetzten „Trägerlandschafts-Kartenspiels“ nachvollziehen. Diese Methode lädt dazu ein, die Vielfalt der Träger politischer Bildung zu sortieren und zu diskutieren. So wird erfahrbar, dass politische Bildung ein plurales, historisch gewachsenes und interessengeleitetes Feld ist – keineswegs ein einheitlicher oder „neutraler“ Bereich. Das Kartenspiel bot damit einen konkreten Einblick in die Arbeitsweise der Theorie-Praxis-Tagung, ohne den Bericht selbst zu stark auf die Methode zu verengen.
Drittens haben wir die Bedeutung außeruniversitärer Bildungsstätten als Lernorte hervorgehoben. Gerade Orte wie die Evangelische Akademie Hofgeismar – oder zuvor das katholische Haus am Maiberg in Heppenheim, in dem bis zu seiner Schließung die TheoPrax zuhause war – schaffen Erfahrungsräume, in denen politisches Lernen jenseits der Routinen formaler Hochschullehre möglich wird. Sie fungieren als „dritte Orte“, die sozialen und kommunikativen Austausch fördern und es erlauben, sich konzentriert auf gemeinsame Lern-, Reflexions- und Diskussionsprozesse einzulassen und damit selbst als Ort demokratischer Bildungsprozesse sichtbar wird.
Für die Evangelische Akademie Hofgeismar ist die Theorie-Praxis-Tagung deshalb weit mehr als ein bewährtes Kooperationsprojekt. Sie ist ein profilierter Beitrag dazu, politische Bildung als gemeinsame Aufgabe unterschiedlicher Professionen, Träger und weltanschaulicher Hintergründe zu gestalten. Dass dieses Format konfessionsübergreifend mit Partner*innen wie Hanne Kleinemas aus der katholischen Jugendbildung weiterentwickelt und auf Fachtagungen bundesweit vorgestellt wird, unterstreicht seine Strahlkraft. Die Resonanz in Hannover hat uns in der Überzeugung bestärkt, dass die TheoPrax-Tagung ein Modell mit Zukunft ist: als Lernraum, als Kooperationsformat und als starkes Argument dafür, politische Bildung in der Sozialen Arbeit systematischer zu verankern.
Wie politische Bildung mit Krieg, Unsicherheit und Militarisierung umgehen kann
Kriege und bewaffnete Konflikte sind wieder stärker Teil der öffentlichen Debatten – und drängen damit auch in den pädagogischen Alltag politischer Bildner*innen. Nachrichten über den Krieg in der Ukraine, über Gaza und den Iran oder über steigende Rüstungsausgaben erreichen Klassenzimmer ebenso wie Seminarräume. Gleichzeitig werden Fragen nach Wehrpflicht, Aufrüstung und der Rolle der Bundeswehr in der Schüler*innenschaft intensiver diskutiert, wie die bundesweiten Schüler*innenstreiks der vergangenen Woche zeigen. Viele Lehrkräfte und politische Bildner*innen erleben dabei eine doppelte Herausforderung: Einerseits sind diese Themen für Kinder und Jugendliche hoch relevant. Andererseits fehlt es häufig an Zeit, Austauschformaten und didaktischer Orientierung, um sie im Unterricht oder in Bildungsangeboten fundiert zu bearbeiten.
Vor diesem Hintergrund veranstalteten die Evangelische Akademie Hofgeismar, das Fachgebiet Didaktik der politischen Bildung der Universität Kassel und der GEW-Kreisverband Kassel-Stadt – in Kooperation mit dem Landesverband der DVPB Hessen – im Februar 2026 den Fachtag „Bildung und Erziehung in kriegerischen Zeiten“. Ziel war es, Lehrkräfte, politische Bildner*innen und Studierende miteinander ins Gespräch zu bringen und einen Raum zu schaffen, in dem unterschiedliche Perspektiven auf Krieg, Frieden und Bildung diskutiert werden können.
Bildung zwischen Friedensanspruch und Militarisierung
Die Frage, welche Rolle Bildung in kriegerischen Zeiten spielt, ist keineswegs neu – sie stellt sich jedoch unter den aktuellen politischen Entwicklungen erneut mit besonderer Dringlichkeit. Friedenspädagogische Ansätze betonen, dass Bildung nicht neutral gegenüber Gewalt, Militarisierung und Krieg bleiben kann. Friedensbildung zielt darauf, Kompetenzen zu stärken, mit denen Menschen Konflikte analysieren, Feindbilder hinterfragen und gewaltfreie Formen politischer Auseinandersetzung entwickeln können. Sie verbindet soziales Lernen – etwa Empathie, Zivilcourage und Konfliktfähigkeit – mit politischem Lernen über internationale Konflikte, Machtverhältnisse und Friedensstrategien.
Gleichzeitig weisen erziehungswissenschaftliche Analysen darauf hin, dass Bildungssysteme häufig zu den ersten gesellschaftlichen Bereichen gehören, die sich verändern, wenn sich kriegerische Konflikte zuspitzen. Begriffe wie „Wehrhaftigkeit“ oder „Kriegstüchtigkeit“ tauchen zunehmend auch in pädagogischen Debatten auf. Dadurch kann sich schleichend eine Verschiebung der normativen Grundlagen von Bildung ergeben – von einer offenen Zukunftsperspektive hin zu einer stärker sicherheitspolitisch geprägten Orientierung. Gerade deshalb stellt sich die Frage, wie Bildungseinrichtungen Räume für kritische Analyse, demokratische Urteilsbildung und friedensorientierte Perspektiven offenhalten können.
Ein Fachtag als Raum für Austausch
Der Kasseler Fachtag griff diese Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven auf. Er wurde von einem Team aus Schule, Universität, politischer Bildung und Gewerkschaft gemeinsam organisiert – mit dem Ziel, Menschen aus verschiedenen Bildungsbereichen miteinander ins Gespräch zu bringen. „Die Themen Krieg, Aufrüstung und Sicherheitspolitik tauchen zunehmend im Schulalltag auf“, erklärt Organisatorin Nilda Inkermann von der Universität Kassel. „Gleichzeitig gibt es kaum Fortbildungen oder Räume, in denen Lehrkräfte diese Fragen gemeinsam reflektieren können. Genau so einen Raum wollten wir mit dem Fachtag schaffen.“
Ein Blick in die Workshops zeigt, wie vielfältig die Perspektiven auf das Thema waren. So berichtete eine Psychologin aus der Praxis über die Arbeit mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen, deren Schulalltag oft von Kriegserfahrungen geprägt ist. Dabei wurde deutlich, dass Schule zwar keine therapeutische Einrichtung sein kann – aber dennoch das Potenzial birgt, ein wichtiger Ort von Stabilität, Verlässlichkeit und Beziehung zu sein.
Kontrovers diskutiert wurde auch die Frage nach der Bundeswehr in der Schule. Kritische Stimmen verwiesen darauf, dass militärische Akteure zunehmend um Nachwuchs werben und damit auch Einfluss auf gesellschaftliche Debatten nehmen. Gleichzeitig stellte sich die Frage, wie politische Pluralität gewahrt werden kann, wenn bestimmte Perspektiven stärker präsent sind als andere.
Ein anderer Workshop beschäftigte sich mit sozialer Verteidigung und zivilem Widerstand als Alternativen zu militärischen Sicherheitsstrategien. Diskutiert wurde, welche Rolle Bildung für eine friedensorientierte Konfliktbearbeitung spielen kann.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf kritischer Medienbildung. Gerade in Zeiten digitaler Informationskriege – mit Desinformation, Bots und Influencer-Kampagnen – wird Medienkompetenz zu einer zentralen Voraussetzung politischer Urteilsfähigkeit.
Komplexität sichtbar machen
Für viele Teilnehmende war der Austausch über diese unterschiedlichen Perspektiven ein zentraler Gewinn des Fachtags. „Wir wollten zeigen, dass diese Fragen nicht einfach zu beantworten sind“, sagt Nilda Inkermann. „Gerade deshalb ist es wichtig, Räume zu schaffen, in denen unterschiedliche Positionen sichtbar werden und in denen Menschen gemeinsam darüber nachdenken können, wie sie mit dieser Komplexität umgehen.“
Auch Martin Gertenbach vom GEW-Kreisverband Kassel-Stadt zieht ein positives Fazit: „Schule und politische Bildung stehen unter Druck, wenn gesellschaftliche Konflikte zunehmen. Gerade dann brauchen Pädagog*innen Orte, an denen sie Erfahrungen austauschen und gemeinsam Orientierung entwickeln können.“
Der Fachtag „Bildung und Erziehung in kriegerischen Zeiten“ verstand sich als ein solcher Ort. Er zeigte, dass politische Bildung nicht alle Konflikte lösen kann – aber entscheidend dazu beitragen kann, sie reflektierbar und diskutierbar zu machen. Gerade in kriegerischen Zeiten bleibt das eine zentrale Aufgabe politischer Bildung.
Fachtagung: „Politische Bildung im öffentlichen Raum“
Die Ev. Akademie Hofgeismar, die Ev. Akademie zu Berlin, der Verein Stadtrundgangster e. V., das Fachgebiet Didaktik der politischen Bildung an der Universität Kassel und die Ev. Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung (et) veranstalten am 28. und 29. September 2026 in Kassel die Fachtagung „Politische Bildung im öffentlichen Raum“ und laden herzlich zur Beteiligung ein.
Zwischen Rissen und Kitt
Wo gesellschaftliche Risse auftauchen und wo Kitt zu Zusammenhalt beitragen soll, lässt sich im öffentlichen Raum besonders deutlich beobachten. Auf Straßen, Plätzen, in Parks oder Passagen verdichten sich Konflikte um Zugehörigkeit, Sichtbarkeit und Ressourcen – und zugleich entstehen dort Begegnungen, Aushandlungen und (manchmal) neue Formen von Zusammenhalt und kollektiver Aneignung. Politische Bildung im öffentlichen Raum setzt genau hier an: Sie nutzt die Risse als Lernanlass, um Machtverhältnisse, Ausschlüsse und Deutungskämpfe sichtbar und diskutierbar zu machen – und sie arbeitet zugleich an dem, was „Kitt“ sein kann: an Gesprächsfähigkeit, Perspektivwechsel, demokratischer Urteilsbildung und praktischer Teilhabe.
Welche Bildungsformate im öffentlichen Raum dabei plausibel, legitim und wirksam erscheinen, hängt davon ab, welches Demokratie- und Öffentlichkeitsverständnis ihnen zugrunde liegt. Zum einen wird öffentlicher Raum als Infrastruktur demokratischer Selbstverständigung gelesen: Begegnung, Gespräch und die Suche nach gemeinsamen Gründen und solidarischer Praxis stehen im Vordergrund. Zum anderen ist öffentlicher Raum Ausdruck materialisierter Machtverhältnisse und Austragungsort politischer Konflikte um Sichtbarkeit, Anerkennung und Teilhabe. Politische Bildung steht damit vor der Frage, wie sie demokratische Verständigung ermöglicht, ohne Ungleichheit zu ignorieren und Dissens zu neutralisieren. Und wie sie Konflikte und Machtverhältnisse bearbeitet, ohne kommunikative Verständigungsansprüche und die Chance auf Perspektivwechsel preiszugeben. Daraus ergeben sich unterschiedliche didaktische Konsequenzen.
Die Tagung „Politische Bildung im öffentlichen Raum“ nimmt diese Spannungen zum Ausgangspunkt. Sie fragt danach, welche Potenziale politische Bildung im öffentlichen Raum entfalten kann – und welche Grenzen, Dilemmata und Verantwortlichkeiten dabei sichtbar werden. Im Fokus stehen politikdidaktische Begründungszusammenhänge ebenso wie professionelle Selbstverständnisse und konkrete Praxisformen: außerschulische Lernarrangements, aufsuchende Formate, ästhetisch-kulturelle Zugänge und Interventionen, die Öffentlichkeit nicht nur adressieren, sondern in Prozessen politischer Bildung auch herstellen, irritieren oder neu rahmen.
Mitmachen
Akteur*innen aus Politikdidaktik, Sozialer Arbeit, non-formaler politischer Bildung sowie aus Kunst, Kultur und kultureller Bildung sind herzlich eingeladen, bis zum 1. Mai 2026 theoretische, empirische oder praxisbezogene Beiträge einzubringen. Hierfür schlagen wir folgende Formate vor:
Vortrag: ca. 20 Minuten (+ 20 Minuten Diskussion) Workshop: 90 Minuten (methodisch/praktisch ausgerichtet, gerne auch im Stadtraum) Alle Informationen zur Einreichung der Abstracts finden sich in der vollständigen Ausschreibung.
Save The Date: eine Anmeldung zur Tagung ist voraussichtlich ab Juni möglich.
Vielfalt, Gerechtigkeit und Nächstenliebe zum Anhören
Rückblick: Kinderakademie im Mai 2025
Vielfalt, Gerechtigkeit und Nächstenliebe zum Anhören „Im Brunnenpark laufen die Vorbereitungen für das große Frühlingsfest auf Hochtouren. Überall wird gebaut, geprobt, getanzt. Zwischen alten Baumstämmen werden bunte Girlanden gespannt, aus Wiesenblumen entstehen Kronen und hinter dem Bachlauf übt eine Gruppe Kleinwesen ein Lied. Alle bringen ihre Ideen und Talente ein – doch nicht immer läuft alles glatt…“ Mit diesem Erzähl-Schnipsel haben wir uns in die Welt des Hörspiels gestürzt. Rund um die “Kleinwesen”, kleine Geschöpfe, die im Brunnenpark Hofgeismar zuhause sind, haben wir Geschichten erdacht, in denen es um Gerechtigkeit, Miteinander, Teilhabe und Vielfalt geht. Kinder und ihre erwachsenen Begleiter*innen haben dabei nicht nur mit Figurenentwicklung und Handlungsbögen, sondern auch mit Geräuschen, verstellten Stimmen und viel Fantasie experimentiert.
Welche Geräusche brauchen wir in unserer Geschichte? Welche Stimmen wollen wir den Figuren geben? Wo spielt das Hörstück und welche Themen sollen darin vorkommen? Ausgehend von acht verschiedenen fantastischen kleinen Figuren, die alle ganz einzigartige Fähigkeiten und Eigenschaften mitbrachten, sind zehn verschiedene kleine Hörstücke entstanden, in denen die Kleinwesen aufeinander treffen, streiten, sich versöhnen und gemeinsam ein großes Fest feiern. Angeleitet durch Expert*innen aus den Bereichen Hörspiel, fiktives Erzählen und Tontechnik haben die jungen Teilnehmer*innen im Alter von 5 und 13 Jahren ganz eigene Geschichten erschaffen und somit gemeinschaftliches Aushandeln anhand der eigenen Erfahrungs- und Erlebniswelt sowie dem Vorstellungsvermögen erprobt. Ein eigenes Hörstück zu produzieren war dabei ein wichtiges Erlebnis der Selbstwirksamkeit – und hat vor allem Groß und Klein viel Freude bereitet!
Die Kleinwesen wurden nicht nur akustisch verarbeitet, sondern haben auch visuell und haptisch ein eigenes Gewand bekommen: In einer Bastel-Session sind alle in den Hörstücken vertretenen Wesen von den Teilnehmenden selbst gestaltet worden. Zum Abschluss der Kinderakademie wurden schließlich alle Kleinwesen im Brunnenpark ausgewildert und mit kleinen QR-Codes versehen, hinter denen sich die jeweiligen Hörstücke verbargen. So entstand ein Audiowalk quer durch den Park, der allen Teilnehmenden die Begegnung mit den Kleinwesen und deren Klangwelten ermöglichte.
Die Kinderakademie, die bereits seit 1976 intergenerationelles Lernen ermöglicht, folgt dem Selbstverständnis der Ev. Akademie Hofgeismar, Kinder als politische Subjekte ernst zu nehmen und sie altersgerecht mit demokratischen Prozessen, Gerechtigkeitsfragen und Zukunftsthemen in Berührung zu bringen. Die Verbindung aus Storytelling, Hörspielproduktion und gemeinsamer Reflexion schafft einen intensiven Lernraum, der kognitives, kreatives und soziales Lernen miteinander verzahnt und für Gerechtigkeit, Empathie und Vielfalt sensibilisiert.
Figuren wie Jair Bolsonaro in Brasilien, Javier Milei in Argentinien, Nayib Bukele in El Salvador oder José Antonio Kast in Chile stehen für das gegenwärtige Erstarken der Rechten in Lateinamerika. Der Band untersucht Charakteristika und Ausprägungen rechter Kräfte in Politik und Gesellschaft, Opposition und Regierung und analysiert Ursachen, Hintergründe und Folgen ihres politischen Erfolgs. Die Beiträge behandeln übergreifende Fragen zur Abgrenzung von Rechtspopulismus und Rechtsextremismus, zum Verhältnis der Rechten zur Demokratie sowie zur Rolle von Antifeminismus, Religion und transnationalen Netzwerken. Länderkapitel vertiefen dies am Beispiel von Argentinien, Brasilien, El Salvador und Kolumbien.
Der Sammelband ist als OpenAccess Version hier als Download erhältlich.
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