Lost & Found: Kritische politische Bildung in düsteren Zeiten
Welche Gesellschafts-, Bildungs- und Handlungstheorien braucht politische Bildung heute? Und wie nutzen wir sie für unsere Praktiken?
Die sich überlagernden Krisen der Gegenwart, autoritäre, soziale Polarisierungen und Brutalisierung, geopolitische Zuspitzungen und ökologische Katastrophendynamiken verändern die gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen politische Bildung stattfindet. Dabei erschüttern sie auch vertraute theoretische, normative und praktische Gewissheiten. Viele politische Bildner*innen und Wissenschaftler*innen erleben diese Situation als eine Form von Orientierungslosigkeit und fühlen sich„lost“:
- emotional, weil sich die Verdichtung düsterer Gegenwartsdiagnosen auf Hoffnung, Motivation und Selbstwirksamkeit auswirkt und solidarische Zukunftsperspektiven in Frage stellt;
- theoretisch, weil fraglich wird, mit welchen Begriffen, Zeitdiagnosen und Kritikformen sich die Gegenwart angemessen verstehen lässt und welche Schlüsse sich dafür für Handlungsfelder ableiten; und
- praktisch, weil sich die Frage nach Reichweite, Wirkung und Grenzen kritisch-emanzipatorischer politischer Bildung – gerade angesichts des Aufwindes für regressive Entwicklungen und autoritäre Kräfte – neu stellt.
Vor diesem Hintergrund fragen wir, welche Gesellschafts-, Bildungs- und Handlungstheorien kritische politische Bildung heute braucht und wie sich aus ihnen tragfähige Perspektiven für unterschiedliche Praxisfelder gewinnen lassen. Im Zentrum steht damit nicht nur die Frage, wie politische Bildungsarbeit und Wissenschaft auf „düstere Zeiten“ reagiert, sondern auch, wie sich ihr eigenes Selbstverständnis unter diesen Bedingungen verändert – und vielleicht auch verändern muss.
Themenfelder
Die Tagung, für die bis zum 15. Juli 2026 eigene Beiträge eingereicht werden können (CfP hier zum Download), versteht sich als Raum gemeinsamer Suchbewegungen: nach theoretischer Schärfung, nach einer realistischen Bestimmung von Voraussetzungen und nach Formen solidarischer Verständigung über Möglichkeiten kritisch-emanzipatorischer politischer Bildung in verdüsterten Zeiten.
Mitmachen
Wenn ihr etwas zum Programm der Tagung vom 12.-14. März 2027 an der Ev. Akademie beitragen möchtet (alleine oder in Gruppen), dann schickt euren Vorschlag auf max. 2 Seiten bis zum 15. Juli 2026 an: lostandfound@kritische-politische-bildung.de
Einreichungen bitte mit folgenden Angaben
- inhaltlich-thematische Skizze
- Format (z.B. Vorträge, Workshops, Panels, Vernetzung- und Organisierungstreffen, andere kreative Formate; bitte möglichst genau, auch Optionen/Alternativen)
- Zeitbedarf (30 bis 180 Minuten)
- besonderer Raum-/Technikbedarf
- Name, Mail-Adresse und Telefonnummer von allen Beteiligten
Meldet euch gerne, wenn ihr unsicher seid, ob eure Idee passend ist!
Rahmenbedingungen
Die Tagung findet im Tagungshaus der Evangelischen Akademie in Hofgeismar (bei Kassel) statt.
Die Teilnahmebeiträge (inkl. Unterkunft und Vollverpflegung) sind solidarisch gestaffelt (230,00€ / 170,00€ / 90,00€) und gelten auch für Beitragende.
Leider haben wir in der Regel keine Möglichkeit, Honorare zu finanzieren. In Ausnahmefällen werden wir uns aber bemühen, eine Lösung für Fahrtkosten und Tagungsbeitrag zu finden, damit die Teilnahme nicht an finanziellen Hürden scheitert.
Anmeldung
Die Anmeldung ist noch nicht freigeschaltet. Sobald die Teilnahmebeiträge feststehen, können Sie sich hier anmelden.







